Velg album:
 
-Det Vilde Kor
 
-Troll
 
-Åsmund Frægdegjevar
 
-Demo 2001

 
 


91/100

„Det Vilde Kor“ ist das dritte Album der norwegischen Folk-Formation Lumsk. Die Veränderungen, die sich seit dem Vorgänger „Troll“ ergeben haben fallen sehr dezent aus, sind aber vorhanden. Man könnte behaupten, Lumsk entwickelten sich langsam weg vom Folk Metal und fassen immer mehr im reinen Folk Fuß – vielleicht ja ein Indiz für einen gewissen Reifeprozess, der da am Werke sein mag.

Die junge Sängerin Stine Mari Langstrand bekommt auf „Det Vilde Kor“ scheinbar mehr Bühne als sie sowieso schon immer bei dieser Band zugesprochen bekam, und so ist dieser Gesangsverein weit weniger wild als der Titel suggeriert. Die Studentin der Klassischen Musik behält ihren zarten Feengesang bei, klingt aber mittlerweile weniger naiv als noch auf „Troll“ und weiß auch, ihr Organ mit mehr Ausdruckskraft zu versehen („Svend Herlufsens Ord“). Bei der sehr ruhigen, vorsichtigen und beinahe zerbrechlichen Ballade „Om Hundrede Aar Er Alting Glemt“ bekommt sie zum Duett Verstärkung von Ola Bremnes, seines Zeichens Sänger in einem norwegischen Folk-Trio, und präsentiert sich stimmlich in Bestform. Der Musik kommt dabei auch zu Gute, dass Stine Mari die tiefgründige Musik nicht mit störendem Junghennengehabe entzaubert, wie so manch andere Turunen-Kopie.

Textlich basiert „Det Vilde Kor“ auf den literarischen Vorlagen des Schriftstellers Knut Hamsun, der mit seiner zarten Poesie schon vor über 100 Jahren genau die richtigen Worte zu Lumsks Musik lieferte („Høstnat“, „Duftens Vise“...). Die Stimmungen, die das Septett in Töne kleidet, sind stets gutmütig, niemals cholerisch, aufrichtig. Ob nun melancholische oder freudig-beschwingte Verfassung – das gesamte emotionale Spektrum fußt auf innerer Ausgeglichenheit und überträgt diese auf den Hörer.

Metallische Elemente treten dementsprechend in den Hintergrund und offen gestanden wünsche ich mir die auch nicht weiter nach vorne. Was übrig geblieben ist, sind progressive Gitarreneinlagen und klassische Stromgitarrensoli a la Al Di Meola oder von mir aus auch Malmsteen. Insgesamt aber werden Lumsk mit zunehmender Routine und damit einhergehendem gesteigerten musikalischen Anspruch wohl für Folk Metaller uninteressanter, während Freunde des Folks sich über eine Gruppe freuen können, die mit jedem Album offenbar intelligentere, wirkungsvollere und ansprechendere Musik schreibt, die mehr fruchtbare Eindrücke hinterlässt als nur den flüchtigen Hauch metallischer Unterhaltung. Ein Wandel von U- zur E-Musik, sozusagen. 91%



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