Im Gegensatz zum eher drögen Vorgänger hat es mir das neue Lumsk-Album „Det Vilde Kor“ recht schnell angetan. Der aktuelle Release des in Underground-Kreisen bereits recht beliebten Folk-Ensembles ist nämlich um einiges lebhafter, aber auch eine Spur abgedrehter, was jedoch auch zur Folge hat, dass man nicht schon nach der Hälfte der Zeit einschläft. Ich erinnere mich an ähnliche Begebenheiten bei besagter letzter Platte.
Nun, das Herzstück der neuen Veröffentlichung ist nach wie vor die feine Symbiose aus melancholischer Folk-Instrumentierung und der zuckersüßen Stimme der für den nowegischen Grammy nominierten Ola Bremnes, die besonders in der ersten Hälfte alles in den Boden singt. Stücke wie das verträumte „Om Hundrede Aar Er Alting Glemt“ sowie das epische „Duttens Vise“ mit seinen tollen Violinen gehen unter die Haut und sind zudem auch noch recht eingängig, was bei Lumsk ja sicherlich keine Selbstverständlichkeit istDazu gesellen sich mit dem lebendigen „Lad Spille Med Vaar Over Jorden“ und dem packenden „Godnat Herinde“ weitere Klangromanzen, denen man bedingungslos verfällt.
Dies ist jedoch alles nichts gegenüber dem vierteiligen „Sven Herlufsens Ord“, welches mit getragenen Folk-Melodien in „Min Kaerest Er Som Den“ wunderbar beginnt, sich in „Og Du Vil Vide“ dann von einer experimentelleren Seite zeigt und schließlich im nachdenklichen „Se Natten Er Livet“ einen traumhaften Abschluss findet. Nach dem (meiner Meinung nach) überschätzten „Åsmund Frægdegjevar“ leisten Lumsk hier beste Rehabilitationsarbeit und präsentieren ein Album, das in keiner Folk-Sammlung fehlen darf. „Det Vilde Kor“ offeriert ein facettenreiches Genre-Gemisch mit einer immerzu bezaubernden Stimme und die Garantie für stundenlangen Hörgenuss.
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