Velg album:
 
-Det Vilde Kor
 
-Troll
 
-Åsmund Frægdegjevar
 
-Demo 2001

 
 


9/10

1920 erhielt der berühmte, bedeutende und einflussreiche norwegische Schriftsteller Knut Hamsun den Literaturnobelpreis für sein Schaffen. Nun befinden wir uns im Jahre 2007 und die norwegische Folkfront LUMSK um Mastermind Espen W. Godø veröffentlicht mit „Det Vilde Kor“ ihr drittes Album. Was das nun miteinander zu tun hat fragt ihr euch? Ganz einfach. Die Texte auf „Det Vilde Kor“ sind gleichnamige Lyriken von eben jenem begnadeten Schriftsteller und Novellist. Nur eine Band wie LUMSK vermag es, diesen ehrwürdigen Zeilen das richtige Klanggewand zu vermachen. Zwar ist der Sound auf dem neuen Werk im Gegensatz zum Vorgänger „Troll“ nicht drastisch anders, jedoch denke ich, dass sich das norwegische Folk-Ensemble langsam aber stetig von einer folkigen Metalband in eine reine Folkband verwandelt. Ob das ein Vor- oder Nachteil, eine Weiterentwicklung oder ein Schritt zurück ist, werde ich euch gleich sagen können!!!

Ich lege also die CD ein, lehne mich zurück und harre den Dingen die da kommen. Der Albumtitel, übersetzt „Der Wilde Chor“, verheißt wohl einen wahren Folksturm. Doch was ich zu hören bekommen bei „Diset Kvæld“ ist der glockenhelle, perfekte Feengesang von der jungen Musikstudentin Stine Mari Langstrand, welche auf „Det Vilde Kor“ sehr viel Raum für ihre Stimme bekommt. Sie singt aber auch so leise, so gefühlvoll und zart dass es einem einen angenehmen Schauer über den Körper jagt. Stine legt soviel Ausdruckskraft in ihre Texte, wie ich es von diesem Wesen noch nie zuvor gehört habe - weder auf den Vorgängeralben noch live auf dem Force 2006. Unterlegt wird das ganze mit zarten, norwegischen Melodien, welche einen perfekten Teppich für die Stimme von Stine bilden. LUMSK haben als Untermalung für ihren traditionellen, folkrockigen Sound auf „Det Vilde Kor“ ein Streicher Quartett, eine Klarinette, eine Oboe, ein Flügelhorn und ein Akkordeon für zusätzliche Melodie und Kompaktheit verpflichtet. Dies verleiht der Musik sehr viel Struktur und stellenweise märchenhafte Klänge. Sobald der erste Hauch der Ballade „Om Hundrede Aar Er Alting Glemt“ erklingt, muss man sofort an ein junges, zerbrechliches Mädchen denken, denn dieser Song erklingt so zart und schüchtern. Unterstützt wird Stine stimmlich hier von dem bekannten norwegischen Folksänger Ola Bremnes, der hier ebenfalls zu Höchstform aufläuft. Ein sehr gutes Duett!!! Im Gegensatz zu den beiden Vorgängeralben fällt ihr das Metallische fast gänzlich weg. Stattdessen überrascht die Band mit klassischen Elementen, progressiv-rockig gespielten Gitarren und reinen Folkelementen. Die romantischen Melodien hüllen einen förmlich in Wärme und man fängt an, in glücklichen Erinnerungen zu schwelgen. „Svend Herlufsens Ord“ ist ein vierteiliges Stück, was als musikalisches Meisterwerk bezeichnet werden kann.

Was LUMSK hier erschaffen haben ist ein wahres FolkKUNSTwerk. Weit entfernt von irgendwelchen Folkmetal Bands bewegt sich diese Formation mit diesem Studioalbum. Wahr Folkmetaller sollten wohl vorher mal reinhören, denn mit Metal hat „Det Vilde Kor“ nichts mehr zu tun. Um meine obige Frage zu beantworten: Es ist alles andere als ein Nachteil was das Septett hier so bietet. Die Musik von LUMSK findet ihre Bestimmung in der mystischen Atmosphäre und den ausschließlich norwegischen Texten!!! Wer da den Inhalt erfahren mag, muss sich eben mit der Sprache auseinandersetzen!! Auf jeden Fall werden Folk Freunde hier einen wahren Märchentraum erstehen können!!! Metalheads: Finger weg!!!

Dieses Album lädt wirklich zum Träumen ein. Ich denke, dass es wohl am Besten seine Vollendung entfachen kann, wenn man es im Freien, auf einer Wiese liegend und in den Himmel schauend anhört!! Märchenhaft!!!

Tanja Nusser



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